Rückbau bei Portigon schreitet voran

• Ergebnis 2015 deutlich besser als erwartet

• Bilanzsumme um 27 Prozent verringert


Die Portigon AG (PAG) hat im Geschäftsjahr 2015 ihre Transformation weiter konsequent vorangetrieben. Im Fokus der Aktivitäten standen der zügige und risikoadäquate Rückbau der Portigon AG, die Verhandlungen mit der Ersten Abwicklungsanstalt (EAA) zur Übertragung der Servicetochter Portigon Financial Services GmbH (PFS) sowie langfristig tragfähige Lösungen für die Pensionsverpflichtungen. Das Jahresergebnis 2015 fiel dabei deutlich besser als erwartet aus, da nach Klärung steuerlicher Fragestellungen im Ausland entsprechende Rückstellungen aufgelöst werden konnten.

Hubert Beckmann, Vorstandsvorsitzender der Portigon AG: „Auch im vergangenen Jahr kam die Portigon AG beim komplexen Rückbau von Bilanz, Belegschaft und Auslandsstandorten gut voran.

Deutlicher Rückgang der Bilanzsumme


Der Jahresabschluss 2015, der für den Portigon Konzern und die Portigon AG auf HGB-Basis erstellt wurde, ist maßgeblich von der Transformation geprägt, die auf der bekannten Entscheidung der Europäischen Kommission vom 20. Dezember 2011 basiert.

Die Erfolge beim Rückbau spiegeln sich insbesondere in der Entwicklung der Bilanzsumme. Sie verringerte sich in der Portigon AG um 27,3 % auf 14,1 Mrd € (i.V. 19,4 Mrd €), was vor allem auf die sukzessive dingliche Übertragung der 2012 zunächst nur synthetisch auf die EAA transferierten Vermögenspositionen der ehemaligen WestLB sowie auf Endfälligkeiten zurückzuführen ist. Die Kern-Bilanzsumme, die keine von der EAA abgesicherten Positionen enthält, ging um 28% auf 4,3 Mrd € (i.V. 6,0 Mrd €) zurück.

Im Ergebnis schloss die Portigon AG das Geschäftsjahr 2015 mit einem besseren Ergebnis ab als erwartet. Der Jahresfehlbetrag vor Steuern beläuft sich auf 308,8 Mio € (Jahresfehlbetrag i. V. 359,2 Mio €). Der Jahresfehlbetrag nach Steuern beträgt 98,8 Mio € (Jahresfehlbetrag i. V. 236,6 Mio €). Hintergrund dafür ist im Wesentlichen die Auflösung von nicht mehr benötigten steuerlichen Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Rückbau der Portigon AG. Gegenläufig wirkten Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ausfinanzierung des UK Pension Plans der Niederlassung London, mit entsprechenden Belastungen im außerordentlichen Ergebnis (-197,0 Mio €; Vorjahr -63,2 Mio €). Zur Absicherung der Pensionsverbindlichkeiten gegenüber ehemaligen und aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Deutschland erfolgte im Januar 2016 die Anlage in langfristig laufende Titel des Landes NRW.

Die stillen Gesellschafter und die Genussrechtsinhaber nehmen gemäß den Emissionsbedingungen in Höhe von 84,2 Mio € beziehungsweise 0,8 Mio € am Ausgleich des Jahresfehlbetrags teil. Der in der Bilanz ausgewiesene Buchwert beträgt nunmehr 45,3 % des Nennbetrages für die Genussscheine, 43,2 % für die in 2005 sowie 47,5 % für die in 2009 begebenen stillen Einlagen. Für diese Instrumente entfällt vertragsgemäß die Zinszahlung für das Jahr 2015.

Verwaltungsaufwand stark rückläufig


Der deutliche Rückgang der Aktivseite der Bilanz zeigt sich auch in einem verringerten Zinsüberschuss in Höhe von 102,3 Mio € (i.V. 145,0 Mio €). Der Provisionsüberschuss belief sich insgesamt auf -13,4 Mio € (i.V. 91,1 Mio €). Im Vergleich zum Vorjahr weist diese Ergebniskomponente einen deutlichen Rückgang auf: Die PAG verbuchte zwar weiterhin Provisionseinnahmen für Serviceleistungen gegenüber der PFS; Erträge aus der Servicierung der Landesbank Hessen-Thüringen, die planmäßig zur Jahresmitte 2014 auslief, fielen aber in 2015 nicht mehr an. Gleichzeitig schlugen Garantiegebühren für synthetisch auf die EAA übertragene Bestände in Höhe von 45,9 Mio € (i.V. 56,1 Mio €) gegenläufig zu Buche.

Der Verwaltungsaufwand ging deutlich um 25 % auf 255,3 Mio € (i.V. 339,7 Mio €) zurück. Der Personalaufwand sank dabei um 45 % auf 80,1 Mio € (i.V. 144,3 Mio €): Die Zahl der Vollzeitarbeitskräfte verringerte sich in der Portigon AG gegenüber Ende 2014 um 362 auf 436. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sanken in der PAG auf 175,2 Mio € (i.V. 195,4 Mio €). Positiv wirkten hier geringere Aufwendungen für IT-Leistungen sowie sinkende Betriebskosten.

Nach Schließung der Niederlassungen in Shanghai und Istanbul im Jahre 2014 gab die Portigon AG im Jahr 2015 die Niederlassung in Tokio auf. Die Niederlassungen in Singapur und Sydney werden voraussichtlich im ersten Halbjahr 2016, der Standort in Hongkong zum Ende des Jahres 2016 geschlossen.

„Neben dem Rückbau der PAG steht der professionelle und kapitalschonende Abbau der Portfolien der ehemaligen WestLB auch im Jahr 2016 im Fokus“, sagte Hubert Beckmann. „Die Vereinbarungen zwischen PAG und EAA bilden eine exzellente Grundlage, dieses Ziel zu erreichen.“