Portigon setzt Rückbau erfolgreich fort

  • Ergebnis 2014 im Rahmen der Erwartungen
  • Bilanzsumme um 37 Prozent verringert
  • Servicetochter PFS neu ausgerichtet

 

Die Portigon AG hat im Geschäftsjahr 2014 ihre Transformation weiter konsequent vorangetrieben. Im Fokus standen der zügige und risikoadäquate Rückbau der Portigon AG (PAG), die Etablierung der Servicetochter Portigon Financial Services GmbH (PFS) zum 1. Februar 2014 sowie die Ausrichtung der PFS auf eine optimale Zusammenarbeit mit der Ersten Abwicklungsanstalt (EAA).

Dr. Kai Wilhelm Franzmeyer, Vorstandsvorsitzender der Portigon AG: „Nach der Zäsur des Jahres 2012 kam die Portigon AG auch im vergangenen Jahr beim komplexen Rückbau von Bilanz, Belegschaft sowie Auslandsstandorten gut voran. Im Juli konnten wir die Servicierung der auf die Landesbank Hessen-Thüringen übertragenen Verbundbank erfolgreich abschließen. Mit dem Verkauf der Büroimmobilien am Standort Düsseldorf sowie von Schloss Krickenbeck gelang ein weiterer wesentlicher Schritt. Darüber hinaus haben wir die Niederlassungen in Istanbul und Shanghai plangemäß geschlossen, der Standort in Tokio folgte im März 2015. Unser Ziel ist es, die PAG bis 2017 zu einem Verwaltungsbetrieb mit lediglich rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umzubauen.“

Deutlicher Rückgang der Bilanzsumme

Der Jahresabschluss 2014, der erstmals auch für den Konzern auf HGB-Basis erstellt wurde, ist maßgeblich von der Transformation gekennzeichnet, die auf der bekannten Entscheidung der Europäischen Kommission vom 20. Dezember 2011 basiert. Die Erfolge beim Rückbau spiegeln sich insbesondere in der Entwicklung der Bilanzsumme. Sie verringerte sich um 37% auf 19,4 Mrd € (i.V. 31,0 Mrd €). Dieser deutliche Rückgang ist vor allem auf die sukzessive dingliche Übertragung der 2012 zunächst nur synthetisch auf die EAA transferierten Vermögenspositionen der ehemaligen WestLB sowie auf Endfälligkeiten zurückzuführen. Die Kern-Bilanzsumme, die keine von der EAA abgesicherte Positionen enthält, ging um 18 % auf 6,0 Mrd € (i.V. 7,3 Mrd €) zurück.

Wie bereits zur Vorlage des Jahresabschlusses 2013 erwartet, schloss die Portigon AG das Geschäftsjahr 2014 mit einem negativen Ergebnis ab. Der Jahresfehlbetrag vor Steuern beläuft sich auf 359,2 Mio € (i. V. – 828,5 Mio €). Nach Steuern beträgt er 236,6 Mio € (i. V. – 825,9 Mio €). Hintergrund ist im Wesentlichen die Auflösung von nicht mehr benötigten Steuerrückstellungen. Das Jahresergebnis reflektiert die erheblichen finanziellen Belastungen, die im Zuge der Transformation zu bewältigen sind. Die Portigon AG hat insbesondere Vorsorge getroffen im Hinblick auf die geplante Veräußerung der PFS sowie für den weiteren Personalabbau.

Die stillen Gesellschafter und die Genussrechtsinhaber nehmen gemäß den Emissionsbedingungen in Höhe von 200,4 Mio € beziehungsweise 3,6 Mio € am Ausgleich des Jahresfehlbetrags teil. Der in der Bilanz ausgewiesene Buchwert beträgt 47,6 % des Nennbetrages für die Genussscheine, 45,4 % für die in 2005 sowie 50,0 % für die in 2009 begebenen stillen Einlagen. Zudem unterbleibt für diese Instrumente vertragsgemäß die Zinszahlung für das Jahr 2014.

Verwaltungsaufwand stark rückläufig

Der deutliche Rückgang der Aktivseite der Bilanz zeigt sich auch in einem verringerten Zinsüberschuss in Höhe von 145,0 Mio € (i.V. 169,3 Mio €). Der Provisionsüberschuss belief sich in der Portigon AG auf 91,1 Mio € (i.V. 263,9 Mio €). Diese Ergebniskomponente weist im Vorjahresvergleich einen deutlichen Rückgang aus, weil das Servicierungsgeschäft zum 1. Februar 2014 zu wesentlichen Teilen auf die PFS übertragen wurde. In der PAG fielen insbesondere noch Erträge aus der Servicierung der Landesbank Hessen-Thüringen an, die planmäßig zur Jahresmitte 2014 auslief. Gegenläufig schlugen insbesondere Garantiegebühren für synthetisch auf die EAA übertragene Bestände in Höhe von 56,1 Mio € (i.V. 76,1 Mio €) zu Buche. Der Verwaltungsaufwand ging sehr deutlich um 34 % auf 339,7 Mio € (i.V. 511,7 Mio €) zurück. Der Personalaufwand sank dabei sogar um 45 % auf 144,3 Mio € (i.V. 263,6 Mio €). Die Zahl der Vollzeitkräfte verringerte sich in der Portigon AG gegenüber Ende 2013 um 1.185 auf 798. Im Konzern ergab sich ein Rückgang der Belegschaft um 627 auf 1.357 (i.V. 1.984) Vollzeitkräfte. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sanken auf 195,4 Mio € (i.V. 248,1Mio €). Positiv wirkten hier geringere Aufwendungen in der IT sowie sinkende Betriebskosten.

Neues Regelwerk ab 2017 umzusetzen

Derzeit erfolgt die Abwicklung der alten WestLB weitgehend auf der Grundlage von Vereinbarungen zwischen deren Alteigentümern (Land NRW, Sparkassenverbände in NRW, Landschaftsverbände in NRW) sowie der FMSA aus dem Jahr 2012. Mit der von der EU-Kommission vorgeschriebenen Privatisierung der PFS bis spätestens Ende 2016 ist die Aufgabenverteilung zwischen PAG, PFS und EAA neu zu regeln.

„Neben dem Rückbau der Portigon AG bleibt dabei unser oberstes Ziel der professionelle und kapitalschonende Abbau der Portfolien der ehemaligen WestLB. Die internen Vorbereitungen zur Privatisierung der PFS haben wir weit vorangetrieben. Nun müssen die zukünftigen Vergütungsregelungen zwischen EAA, PFS und Portigon AG neu fixiert werden. Das schließt eine optimierte Arbeitsteilung zwischen der PFS und der EAA sowie die beabsichtigte Privatisierung der PFS mit ein“, sagte Dr. Kai Wilhelm Franzmeyer. „Die bisherigen Gespräche zwischen den Beteiligten stimmen uns optimistisch, dass eine Gesamtlösung möglich ist.“