Portigon erreicht ihre wesentlichen Ziele

  • Servicegesellschaft Portigon Financial Services erfolgreich etabliert
  • Rückbau der Portigon AG konsequent fortgeführt
  • Ergebnis 2013 im Rahmen der Erwartungen

 

Die Portigon AG hat im Geschäftsjahr 2013 ihre Transformation konsequent vorangetrieben. Im Fokus standen der Aufbau einer schlagkräftigen und privatisierungsfähigen Servicegesellschaft, der Portigon Financial Services GmbH (PFS), sowie der zügige und risikoadäquate Rückbau der Portigon AG.

Dietrich Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Portigon AG: „Nach der Zäsur des Jahres 2012 trat die Portigon AG erstmals in einem vollen Geschäftsjahr als Finanzdienstleister auf. Trotz der herausfordernden Ausgangslage erreichten wir im vergangenen Jahr unsere wesentlichen Ziele. Vor allem die planmäßige Errichtung der PFS werte ich als großen Schritt vorwärts. Ich bin mir sicher: Die PFS wird sich nachhaltig am Markt positionieren und Kunden und Investoren von ihrem Geschäftsmodell überzeugen.“

Der Jahresabschluss 2013 ist maßgeblich von der Transformation gekennzeichnet, die auf der bekannten Entscheidung der Europäischen Kommission vom 20. Dezember 2011 basiert. Aufgrund der Einstellung des traditionellen Bankgeschäfts zur Jahresmitte 2012 änderte sich die Ergebnisstruktur grundlegend. Ein Vergleich mit dem Vorjahr ist somit nur sehr eingeschränkt möglich.

Die Erfolge beim Rückbau der „alten WestLB“ zeigen sich insbesondere in der Entwicklung der Bilanzsumme. Sie verringerte sich um 68% auf 31,0 Mrd € (i.V. 95,9 Mrd €). Die Kern-Bilanzsumme, die keine von der EAA abgesicherte Positionen enthält, ging um 26% auf 7,3 Mrd €
(i.V. 9,8 Mrd €) zurück.

Wie bereits zur Vorlage des Jahresabschlusses 2012 erwartet, schloss das Unternehmen das Geschäftsjahr 2013 mit einem negativen Ergebnis ab. Der Jahresfehlbetrag nach Steuern (HGB) beläuft sich auf 825,9 Mio € (i.V. 569,6 Mio €). Das Jahresergebnis spiegelt die erheblichen finanziellen Belastungen wider, die im Zuge der Transformation zu bewältigen sind. Vor allem ein außerordentliches Ergebnis von - 697,6 Mio € (i.V. -227,8 Mio €) schlug zu Buche. Davon entfallen Aufwendungen in Höhe von 579,3 Mio € auf eine Ausgleichszahlung an die NRW.BANK aufgrund der vollständigen Abgeltung von Pensionsverpflichtungen gegenüber versorgungsberechtigten Beschäftigten der Portigon AG. Zudem wurde in 2013 der noch nicht passivierte Betrag aus der geänderten Bewertung der Pensionsrückstellungen im Zuge der Umstellung des BilMoG (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz) in Höhe von 106,5 Mio € vollständig den Pensionsrückstellungen zugeführt. Damit wurden zwei wesentliche stille Lasten in der Bilanz planmäßig bereinigt.

Die stillen Einlagen und das Genussrechtskapital nehmen gemäß den Emissionsbedingungen am handelsrechtlichen Bilanzverlust teil. Der Rückzahlungsanspruch beträgt nunmehr 53,2%für die Genussscheine und 50,8% für die Hybrid Tier 1-Anleihen aus dem Jahr 2005. Zudem unterbleibt für diese Instrumente vertragsgemäß die Zinszahlung für das Jahr 2013.

Portigon erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr Servicierungserträge in Höhe von 339,6 Mio € (i.V. 312,4 Mio €). Gegenläufig fielen insbesondere Garantiegebühren für synthetisch auf die EAA übertragene Bestände in Höhe von 76,1 Mio € (i.V. 110,1 Mio €) an. Insgesamt betrug der Provisionsüberschuss 263,9 Mio € (i.V. 281,4 Mio €). Der Zinsüberschuss belief sich auf 169,3 Mio € (i.V. 169,1 Mio €). Darin sind u.a. Erträge aus den von der EAA garantierten Beständen sowie Ergebnisbeiträge aus der Anlage des Kapitals und aus der Liquiditätssteuerung enthalten.

Der Verwaltungsaufwand ging deutlich um 45 % auf 511,7 Mio €
(i.V. 926,7 Mio €) zurück. Der Personalaufwand sank dabei um 38%
auf 263,6 Mio € (i.V. 425,3 Mio €). Die Zahl der Vollzeitkräfte ging entsprechend gegenüber Ende 2012 um 640 auf 1.984 im Konzern zurück (i.V. 2.624). Die anderen Verwaltungsaufwendungen, die im Vorjahr durch Rechts- und Beratungskosten geprägt waren, sanken auf 248,1 Mio € (i.V. 501,4 Mio €). Positiv wirkte hier auch ein Rückgang der Sachaufwendungen, insbesondere in der IT.

Die Bilanzsumme in Höhe von 31 Mrd € weist derzeit noch Bankgeschäfte aus der Zeit der WestLB AG aus, weil aufgrund rechtlicher und steuerlicher Hemmnisse ein Transfer dieser Portfolios auf die EAA nicht in jedem Fall möglich war. Die mit diesen Aktiva und Passiva verbundenen Risiken liegen jedoch vollständig bei der EAA. Dies betrifft insbesondere die in den Posten Treuhandvermögen bzw. Treuhandverbindlichkeiten ausgewiesenen Derivateportfolios in Höhe von 16,4 Mrd € (i.V. 73,2 Mrd €) – ein Rückgang von 78% – sowie von der EAA garantierte Bestände in Höhe von 7,3 Mrd € (i.V. 12,9 Mrd €).

Das Geschäftsjahr 2014 wird sowohl vom Verkaufsprozess für die PFS als auch vom konsequenten Rückbau der Portigon AG geprägt sein. Die Portigon AG baut ihre Bilanz weiter zurück, schließt nicht mehr erforderliche Standorte im Ausland und verringert die Anzahl der Beschäftigten planmäßig. Mit dem Verkauf ihrer Büroimmobilien am Standort Düsseldorf erreichte sie bereits zu Jahresbeginn 2014 einen weiteren Meilenstein. Am 1. Februar 2014 nahm zudem die PFS ihre Geschäftstätigkeit als eigenständige Gesellschaft am Markt auf.

Für das Geschäftsjahr 2014 rechnet die Portigon AG auf HGB-Basis insgesamt mit einem Verlust in der Größenordnung eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags. Weitere Restrukturierungsaufwendungen sind je nach Fortgang der Transformation möglich.

Dietrich Voigtländer: „Die Transformation einer global operierenden systemrelevanten Bank benötigt erwartungsgemäß Zeit und Kapital.
Der Portigon AG stand dafür ursprünglich ein Betrag von rund 4,1 Mrd € an Eigenkapital zur Verfügung, der es ihr ermöglicht, unvermeidbare Verluste auszugleichen. Der Vorstand bleibt zuversichtlich, dass dieser Betrag ausreichen wird, den Transformationsprozess zu gestalten.“
 

Anlagen
Portigon AG Erfolgsrechnung 2013
Portigon AG Bilanz zum 31. Dezember 2013 

 

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